Schwule,Bisexuelle,Lesben,Trans*-und Inter*-Menschen und Freunde an der Uni Duisburg-Essen

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    Trans* und Inter*

    Plakat TransInterAktion

    Seit dem Sommersemester 2015 ist es offiziell: Was bereits in der Praxis des SchwuBiLe gelebt wurde, ist auch endlich in der Satzung verankert – Transgender und intersexuelle Menschen gehören zur Interessensgruppe des Referats, das sich nun nicht nur für Menschen einsetzt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden, sondern auch für jene, die aufgrund ihrer trans*- oder inter*geschlechtlichen Identität benachteiligt sind!

    Zu diesem Anlass macht das SchwuBiLe mit einer Plakataktion besonders auf die Diskriminierung von Transgendern und intersexuellen Menschen aufmerksam. Anders als z.B. Schwule, Lesben und Bisexuelle werden Transgender und Intersexuelle nicht (nur) aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, sondern aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert.

    Als Transgender werden in der Regel Menschen bezeichnet, die sich mit dem ihnen bei der Geburt zugeschriebenem Geschlecht nicht (vollständig) identifizieren können oder beschrieben fühlen. Somit besteht eine Diskrepanz zwischen der (gefühlten) Geschlechtsidentität und dem Geschlecht, das dem transidenten Menschen nach der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugeordnet wurde. Viele Transgender streben soziale (z.B. entgegen zum Geburtsgeschlecht gewählter Name und Pronomen, Einnehmen der entsprechenden sozialen Rolle) und/oder eine körperliche (Hormone, Operationen) Angleichung an das gefühlte Geschlecht an. Der Begriff Transgender schließt allerdings auch Lebensweisen ein, die sich jenseits der Zweigeschlechtlichkeit bewegen oder sich einer geschlechtlichen Kategorisierung generell entziehen.

    Intersexuelle (oder auch intersex bzw. intergeschlechtliche) Menschen können hingegen aufgrund ihrer körperlichen Gegebenheiten nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden. Die Uneindeutigkeiten können bei den anatomischen, chromosomalen, gonadalen oder hormonellen Geschlechtsmerkmalen bestehen oder sich aus einer vermeintlichen Widersprüchlichkeit der verschiedenen Merkmale ergeben.

    Sowohl Intersexuelle als auch Transgender erfahren aktuell eine Pathologisierung (z.B. im Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation WHO). Diese Pathologisierung von Transgendern und intersexuellen Menschen verdeutlicht, wie stark Zweigeschlechtlichkeit und der Zwang zu einer eindeutigen Geschlechtsidentität in der Gesellschaft verankert sind.

    Insbesondere intersexuelle Menschen haben im medizinischen Bereich mit gravierenden Folgen zu kämpfen. Ihre gesunden Körper werden allein aufgrund der Tatsache als krankhaft eingestuft, dass sie weder eindeutig als männlich oder weiblich eingeordnet werden können. Häufig werden bereits im Kindesalter Genitaloperationen an ihnen vorgenommen, um sie optisch eindeutig einem Geschlecht anzupassen. Eine Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens wird in der Regel für ein gesellschaftliches Ideal von geschlechtlichen Körpern in Kauf genommen. Auch das Entfernen eigentlich gesunder innerer Organe zur Hormonproduktion ist keine Seltenheit. Viele intersexuelle Menschen müssen daraufhin ein Leben lang körperfremde Hormone substituieren. Natürlich hat eine solche Behandlung häufig auch psychische Folge.

    Die Empfindungen von Transgendern werden als psychische Störung definiert. Um die gewünschte Geschlechtsrolle leben und hormonelle und/oder operative Maßnahmen ergreifen zu können, sind verschiedene psychologische Gutachten notwendig. Transgender durchlaufen nicht selten einen wahren Bürokratiemarathon, um in ihrer Geschlechtsidentität auch offiziell anerkannt zu werden.

    Doch nicht nur im Hinblick auf medizinische und bürokratische Vorgänge werden Transgender und intersexuelle Menschen mit dem Zwang zur Zweigeschlechtlichkeit konfrontiert. Auch im Alltag findet sich dieser Zwang. So kann zum Beispiel der Gang zur Toilette, das Benutzen einer Umkleidekabine oder das Shoppen in der vermeintlich gegengeschlechtlichen Abteilung zum Problem werden; konsequentes Ignorieren der bevorzugten Pronomen und Anrede durch Mitmenschen ein weiteres.

    Das SchwuBiLe wendet sich gegen die Diskriminierung von Transgendern und intersexuellen Menschen und lädt jede*n ein, das Angebot des Referats und seinen Schutzraum zu nutzen! Die aktuellen Termine findet ihr hier. Für Fragen stehen wir per Mail oder persönlich gern zur Verfügung – sprecht uns an.

    Wir freuen uns auf Euch!

     


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